Abschaffung der Roaming-Gebühren – Für Reisen innerhalb der EU gilt ab dem 15. Juni 2017 „roam like at home“

03.02.2017 Nachrichten Anja Karger

Ab dem 15. Juni 2017 können Reisende ohne Zusatzkosten im EU-Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen. Dies ist das Ergebnis eines jahrelangen Ringens um die Abschaffung der Roaming-Gebühren. Pläne, die Roaming-Freiheit der Verbraucher auf 90 Tage zu beschränken, hatte die EU-Kommission bereits im Herbst 2016 aufgegeben. Telekommunikationsanbieter sollen stattdessen einen Missbrauch wie z.B. das dauerhafte Telefonieren mit billigen ausländischen Sim-Karten unterbinden können.

Mit der Entscheidung vom Mittwoch hat die EU die Kosten gedeckelt, die sich Mobilfunkkonzerne für die Rufdurchleitung auf Ebene von Vorleistungen in Rechnung stellen dürfen. Die Obergrenzen für Anrufe wurden auf 3,2 Cent pro Minute und für SMS auf 1 Cent festgelegt. Für Datenvolumen sinken die Obergrenzen schrittweise von zunächst 7,70 Euro pro Gigabyte ab dem 15. Juni auf schließlich 2,50 Euro pro Gigabyte ab dem 1. Januar 2022. Die Großhandelspreise wirken sich indirekt auch auf die Verbraucher aus und könnten z.B. eine Anhebung der Inlands-Tarife nach sich ziehen.

Die Deutsche Telekom bezeichnete die Absenkung der Großhandelspreise als nicht erforderlich und unverhältnismäßig. Die festgelegten Grenzen lägen teilweise unterhalb der Preisgrenze, die die Roaming-Partner untereinander vereinbart hätten und berücksichtigen– laut Aussage eines Telekom-Sprechers – nicht, dass sich die Roaming-Partner an den Risiken der Netzinvestitionen angemessen beteiligen sollten.