Android-Endgeräte speichern Sprachbefehle auf Google Servern – so schaltet man die Datensammlung ab

12.09.2016 Tipps & Tricks Andreas Brohme

Man kann schon etwas erschrecken, wenn man eine lange Liste von eigenen Sprachbefehlen sieht, die teilweise mehrere Jahre alt sind. Auf der etwas versteckten Google Seite „Sprach- und Audio-Aktivitäten“, die man über sein Google-Konto erreichen kann, sieht man genau das – Internetsuchen, Weganfragen, Preisrecherchen, Sprachnachrichten, Musiksuchen und womöglich auch unwirsches Meckern, wenn die vorherige Suche mal wieder nichts Gescheites ergeben hat. Alles gespeichert, teilweise automatisch in Text umgewandelt, nachträglich anhörbar und nach Datum durchsuchbar.
Einem Artikel von stern.de zufolge sollen sogar private Momente hörbar sein, die eigentlich nichts mit der Sprachsteuerung zu tun haben. „Da sind dann plötzlich die Kinder beim Spielen zu hören, längere Gesprächsfetzen von Kollegen oder Musik aus dem Autoradio“, berichtet der Autor. Ob durch Zufall, Bedienungsfehler oder Absicht von Google, das lässt sich nicht nachvollziehen.    

Mehr Transparenz für Google-Nutzer
Die Übersichtsseite „Meine Aktivitäten“ gehört zu einer Reihe von Maßnahmen, mit denen Google seinen Ruf als „Datenkrake“ verbessern will. Mit wenigen Klicks lässt sich hier die Aufnahme der Sprachbefehle ausschalten. Dazu Loggen Sie sich in Ihr Google-Konto ein und klicken Sie links auf der Audio-Seite auf "Aktivitätseinstellungen". Scrollen Sie hinunter zum Menüpunkt "Sprach- & Audioaktivitäten". Deaktivieren Sie den Schalter, so dass er grau erscheint. Bestätigen Sie die Rückfrage des Browsers mit "Pausieren".
Wenn Sie die bisherigen Aufnahmen zudem noch löschen wollen, gehen Sie zurück auf die Übersichtsseite. Klicken Sie oben rechts auf das Symbol mit den drei Punkten, dann auf "Aktivitäten löschen von". Es öffnet sich ein Dropdown-Menü, das Ihnen erlaubt, die Aufnahmen zu löschen. Hier können Sie auch wählen, ob Sie ggf. Aufnahmen behalten wollen oder alle bisherigen löschen wollen Klicken Sie auf "Löschen" und "OK".

Gespeichert wird weiter – aber anonymisiert
Wichtig zu wissen: Google an dieser Stelle die Speicherung zu verbieten, führt nicht dazu, dass gar nichts mehr gespeichert wird. Laut Google werden dann die Aufnahmen mit einer anonymen ID verknüpft, die das Zurückführen der Anfragen zu Ihrem Konto erschweren soll. Wenn Sie wollen, dass Google die Aufnahmen gar nicht speichert, gibt es nur einen sicheren Weg: die Sprachsteuerung nicht benutzen.